Aufruf zur Teilnahme – zur Errinerung der Geschichte von Oleg N.

Am 12. November 2012 beging Oleg N., ein queerer russischer Mann, im Flughafengefängnis Zürich Selbstmord, nachdem sein Asylantrag abgelehnt worden war.

Oleg N. war aus Russland geflohen, weil er als schwuler Mann von der Polizei verfolgt, schwer misshandelt und zweimal mehr als ein Jahr lang in einer psychiatrischen Klinik unter Verabreichung stärkster Medikamente festgehalten wurde.
Seine Flucht verlief turbulent und führte ihn durch mehrere europäische Länder, vom Gefängnisse hin zu psychiatrischen Internierungen. Bis zum diesem 12. November 2012, als er sich erhängte, weil er offenbar keinen anderen Ausweg mehr sah.

Diese Geschichte ist kein Einzelfall, sondern zeigt, dass unsere Gesellschaft Menschen nicht erlaubt ihr eigenes Leben abseits von Codes und Normen zu führen.

Um die Geschichte von Oleg und allen anderen Opfern der staatlichen Institutionen in der Schweiz nicht zu vergessen, planen wir, am 12. November 2021, 9 Jahre nach seinem Tod, einen Artikel zu veröffentlichen, der seine an seine Geschichte errinert. In diesem Zusammenhang rufen wir dazu auf, sich daran zu beteiligen, diese Erinnerung wach zu halten und an Olegs Existenz, seinen queeren Status und die Verantwortung in seinem Tod, des Schweizer Staates und der Asylgesetze zu erinnern.

Um unseren Artikel zu begleiten und vielleicht in eine Papierversion zu verwandeln, suchen wir Zeichnungen, Gemälde, Gedichte, Texte, usw. Alle kreativen Köpfe sind eingeladen, uns ihre Beiträge bis zum 5. November zu schicken.

Der Artikel wird in deutsch-französisch-englischer Sprache veröffentlicht

Kontaktadresse : evasions@riseup.net

Dieser Inhalt könnt ihr gerne auf jede gewünschte Weise weiterteilen.


Um sich über die Geschichte zu lesen :

www.woz.ch/1247/suizid-in-ausschaffungshaft/nicht-nur-der-koerper-voller-narben

www.amnesty.ch/de/themen/asyl-und-migration/asylpolitik-schweiz/dok/2012/suizid-in-ausschaffungshaft-amnesty-international-fordert-eine-unabhaengige-untersuchung